Viele Unternehmen arbeiten seit Jahren erfolgreich mit Microsoft Dynamics AX (2009, 2012). Das System bildet zentrale Geschäftsprozesse ab, wurde über Jahre individuell angepasst und ist tief in die Unternehmensabläufe integriert.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an moderne ERP-Lösungen stetig. Cloud-Technologien, Automatisierung, KI-gestützte Prozesse und die nahtlose Integration neuer Anwendungen sind heute entscheidende Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum.
Die Migration von Dynamics AX auf Dynamics 365 Finance & Supply Chain Management bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre bestehenden Stärken zu bewahren und gleichzeitig die Vorteile einer modernen Microsoft-Plattform zu nutzen.

Warum die Migration jetzt wichtig ist
Dynamics AX hat viele Unternehmen über Jahre zuverlässig unterstützt. Doch ältere ERP-Systeme stoßen zunehmend an technische und strategische Grenzen - und ohne Microsoft-Support steigen Risiken und Betriebsaufwände kontinuierlich.
Eine moderne ERP-Plattform schafft die Grundlage für:
- kontinuierliche Innovation durch regelmäßige Microsoft-Updates
- höhere Sicherheit und Compliance
- bessere Skalierbarkeit bei Wachstum und Internationalisierung
- moderne Integrationsmöglichkeiten für E-Commerce, Logistik und Drittanwendungen
- Automatisierung von Geschäftsprozessen
- Nutzung von KI und Microsoft Copilot
- enge Verzahnung mit Microsoft 365, Power Platform und Azure
Unternehmen schaffen damit nicht nur ein neues ERP-System, sondern eine Plattform für die zukünftige digitale Entwicklung.
Warum AX-Kunden einen entscheidenden Vorteil haben
Unternehmen, die bereits Dynamics AX einsetzen, starten nicht bei null.
Im Gegensatz zur Ablösung eines Microsoft-fremden ERP-Systems basiert Dynamics 365 F&SCM auf denselben fachlichen Grundlagen. Viele Strukturen, Prozesse und Konzepte sind bereits vorhanden und Mitarbeitern vertraut.
Dadurch profitieren AX-Kunden von:
- geringerem Projektrisiko
- schnellerer Benutzerakzeptanz
- einfacherem Datenmapping
- kürzeren Analysephasen
- besser planbaren Aufwänden
Die vorhandene Expertise im Unternehmen bleibt erhalten und kann gezielt in die neue Lösung überführt werden.
Wie läuft eine Migration typischerweise ab?
Jede Migration ist individuell. Dennoch folgt ein erfolgreiches Projekt meist einem klaren Vorgehen.
Analyse der bestehenden Lösung
Zu Beginn werden Prozesse, Erweiterungen, Schnittstellen, integrierte Subsysteme und Datenbestände bewertet. Ziel ist es, Transparenz über die bestehende Systemlandschaft zu schaffen, Abhängigkeiten zwischen den Anwendungen sichtbar zu machen und Optimierungspotenziale zu identifizieren.
Bewertung von Standard und Individualisierung
Viele Funktionen, die früher individuell entwickelt wurden, gehören heute bereits zum Standard von Dynamics 365.
Deshalb wird geprüft:
- Welche Anpassungen werden weiterhin benötigt?
- Welche Anforderungen deckt der Standard bereits ab?
- Wo können Prozesse vereinfacht werden?
Zielbild und Plattformstrategie
Auf Basis der Analyse wird definiert, wie die zukünftige Lösungslandschaft aussehen soll. Dabei werden Geschäftsprozesse, Integrationen, Sicherheitsanforderungen sowie die Rolle von Dynamics 365 F&SCM, Commerce, Microsoft Power Platform und weiteren Anwendungen festgelegt.
Fachliche und technische Konzeption
Gemeinsam mit den Fachbereichen werden Anforderungen konkretisiert und zukünftige Prozesse gestaltet. Gleichzeitig werden Datenmodell, Integrationsarchitektur, Berechtigungskonzepte und notwendige Individualisierungen geplant.
Umsetzung und Integration
Im nächsten Schritt werden Erweiterungen entwickelt, Integrationen eingerichtet und erforderliche Anpassungen umgesetzt. Dabei wird bewertet, welche Anforderungen bereits durch den Standard von Dynamics 365 Finance & Supply Chain Management (F&SCM), Dynamics 365 Commerce und der Microsoft Power Platform unterstützt werden. Individuelle Anforderungen müssen heute nicht mehr zwangsläufig im ERP-System umgesetzt werden. Stattdessen können spezialisierte Fachanwendungen, mobile Lösungen und automatisierte Prozesse auf der Power Platform entstehen. Dies reduziert Anpassungen am ERP-Kern und schafft eine flexible, zukunftssichere Plattformarchitektur.
Datenmigration
Stammdaten, aktive Geschäftsvorgänge und weitere erforderliche Unternehmensdaten werden strukturiert in die neue Umgebung überführt. Mehrere Testmigrationen stellen sicher, dass Datenqualität und Vollständigkeit gewährleistet sind.
Test, Schulung und Go-Live
Vor der Produktivsetzung werden sämtliche Geschäftsprozesse umfassend getestet. Parallel werden Anwender geschult und auf die neue Arbeitsweise vorbereitet. Erst nach erfolgreicher Generalprobe erfolgt die Umstellung auf das neue System.
Was kann übernommen werden?
Ein großer Teil der vorhandenen Informationen lässt sich in der Regel übernehmen.
Stammdaten
Typischerweise werden migriert:
- Kunden
- Lieferanten
- Artikel
- Stücklisten
- Preisvereinbarungen
- Lagerstrukturen
- Finanzdimensionen
Geschäftsrelevante Bewegungsdaten
Je nach Projektumfang können beispielsweise übernommen werden:
- offene Kundenaufträge
- offene Bestellungen
- offene Posten
- Lagerbestände
- Kontensalden
Was wird nicht einfach übernommen?
Eine Migration ist immer auch eine Chance zur Modernisierung.
Individuelle Entwicklungen
Anpassungen aus Dynamics AX können nicht automatisch in Dynamics 365 übernommen werden.
Jede Erweiterung wird bewertet:
- Wird die Funktion heute bereits durch den Standard unterstützt?
- Kann die Anforderung mit der Power Platform umgesetzt werden?
- Ist eine Neuentwicklung überhaupt noch erforderlich?
Historische Altlasten
Viele Unternehmen nutzen Prozesse oder Erweiterungen, die über Jahre gewachsen sind und heute keinen echten Mehrwert mehr liefern.
Die Migration bietet die Möglichkeit:
- unnötige Komplexität zu reduzieren
- veraltete Prozesse abzulösen
- Systemlandschaften zu vereinfachen
- künftige Wartungsaufwände zu senken
Fazit
Die Migration von Dynamics AX auf Dynamics 365 Finance & Supply Chain Management ist weit mehr als ein technisches Upgrade. Sie schafft die Basis für eine moderne, cloudfähige Unternehmensplattform und eröffnet neue Möglichkeiten für Automatisierung, Integration und den Einsatz von KI.
Für Unternehmen, die bereits Dynamics AX nutzen, bietet sich dabei ein besonderer Vorteil: Bestehende Prozesse, Datenstrukturen und Know-how können gezielt weiterentwickelt werden. Dadurch ist der Weg in die moderne ERP-Welt deutlich planbarer und risikoärmer als bei der Ablösung eines systemfremden ERP.
Wer heute migriert, schafft die Grundlage für die nächsten Jahre — technologisch, organisatorisch und strategisch.
Nächster Schritt
Ihr AX-System auf die nächste Stufe heben.
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